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Jan 18

Portrait Fotografie

3erGruppeHeute möchte ich von einem Fotoshooting berichten, welches Ende Oktober letzten Jahres statt gefunden hat. Über einen Bekannten bekam ich die Gelegenheit die Lokalpolitiker der Linkspartei von Braunschweig, welche sich am 20.01.2013 zur Wahl stellen, zu fotografieren.

Ziel war es, ansprechende und entsprechend professionelle Fotos für die Wahlplakate zu erstellen. Das der Kreisverband der Linken in Braunschweig nicht die großen Mittel hat sich einen teuren Fotografen zu leisten, liegt auf der Hand. So bekam ich die Gelegenheit meine bisherigen fotografischen Kenntnisse und Übungs-Shootings mal in der Realität anzuwenden.

Portrait_BurmAls Vorbereitung auf die Aufgabe habe ich einige Test-Schootings meiner selbst unter verschiedenen Licht- und Beleuchtungssituationen durchgeführt. Da ich derzeit ausrüstungstechnisch noch auf sehr kleiner Flamme vor mich hin köchele, hatte ich nur meine ebay-China Softboxen und Sebstbau – Ausrüstung zur Verfügung.

Die Art der Fotografie wird im englischen “Corporate Portraiture” bezeichnet, eine wörtliche deutsche Übersetzung habe ich dazu nicht gefunden. Aber es ist eine sehr förmliche Art der Portrait Fotografie, wie sie für Firmenchefs oder ~mitarbeiter und eben Politiker Anwendung findet und entsprechend auch überall zu sehen ist. Also im Grunde nichts besonderes. Aber sicherlich Brot und Butter eines Fotografen, und das sollte man entsprechend gut können und daher so oft wie möglich üben. Ich kann gleich sagen: ich habe sehr viel dabei gelernt.

Portrait_FrickeDa ich nach wie vor nicht über Blitze verfüge, habe ich das Ganze mit meinem Produkt- und Stillleben – Setup realisiert. Das heißt 1 x 105 Watt Tageslichtlampe (5700K) und 1 x 85 Watt Tageslichtlampe (5700K). Ursprünglich hatte ich auch vor mit meinen 60 x 40 cm Softboxen zu arbeiten, schwenkte aber letztendlich, in letzter Sekunde sozusagen, noch auf Reflexschirme um. Denn mir war dann erst eingefallen, dass ich noch entsprechende Lampensockel mit Schirmhalter liegen hatte.

Der Grund dieser Änderung: mit der relativ kleinen Softbox (bezogen auf das zu fotografierende Motiv) hätte ich sehr nah heran gemusst. Der Reflexschirm gab mir die Möglichkeit, die Lichtquelle etwas weiter weg zu positionieren, was am Anfang eines Shootings für den zu Fotografierenden sicherlich angenehmer ist, als eine Softbox 30 cm vor der Nase zu haben.

licht-diagram-portraitAnsonsten war das Setup relativ simpel. Ich benutzte ein sogenanntes Hintergrundsystem. Das sind 2 Stative mit einer Querstange, darüber hing ein weißer Baumwollstoff als Hintergrund. Fotografiert habe ich hauptsächlich mit meinem 50mm 1:1,8 Objektiv bei Blende 4 und ISO 400.
Das Hauptlicht war die 105 W Lampe mit einem Reflexschirm rechts vom Motiv in einer Überkopfposition, leuchtete also von rechts oben auf meine Motive herab. Links zu sehen die 85 W Lampe mit Reflexschirm. Diese ist das Füll-Licht und leuchtet eher von unten die Motive an. Zusätzlich habe ich noch einen runden Silber-Reflektor links hinter dem Motiv aufgestellt. Dieser sollte diese Seite noch etwas aufhellen und eine Art “Hair” oder “Rim-Light” erzeugen.

Portrait_weisserFotografiert habe ich verkabelt, also direkt in mein Netbook, welches neben mir auf einem Tisch stand. So konnte ich und auch meine “Modelle”, die Aufnahmen direkt begutachten und beurteilen. Das war recht praktisch, denn auf dem kleinen Bildschirm hinten auf dem Fotoapparat sieht jeder gut aus.

Mir hat das Foto Shooting viel Spaß gemacht, ich hab viel gelernt. Ich denke meine “Modelle” fühlten sich auch gut bei mir aufgehoben und hatten Spaß an der Sache. Die Fotos finden nun auf den Wahlplakaten und auf ihren Homepages und Blogs Verwendung.

Portrait_KamLightroomAuf den hier gezeigten Diptychs sind jeweils links das fertige Portraitfoto und rechts die Verwendung als Wahlplakat zu sehen, wie sie in den Druck gingen. Nach dem Fotografieren hat der Fotograf in der Regel noch den Arbeitsschritt der Entwicklung seiner Bild-Rohdaten zu erledigen.

Jetzt fragen sich einige sicherlich: Entwicklung ? Hast Du mit Film fotografiert ? Nein, natürlich nicht. Aber in der professionellen Fotografie ist nicht alles “What you see is what you get”. Ich wußte von vornherein, dass ich den Hintergrund bei den Fotos nicht direkt weiß bekomme, wie man hier rechts am Beispiel gut sieht. Daher habe ich diesen in Adobe Photoshop Lightroom seperat nachbelichtet, sprich: aufgehellt.

Und da die Damen in der Regel einer dezenten Beauty-Retusche nicht abgeneigt sind, habe ich diese auch auf die Fotos angewandt. Sie wollen schließlich bestmöglich aussehen, wenn Portraitfotos gemacht werden! Und was ist, wenn gerade an dem Tag ein Mitesser oder Pickel sich sehr prägnant hervor tut? Dem kann man im Nachhinein schnell abhelfen.

Ich hoffe mein überschaubares, aber sehr geschätztes Publikum fand meine Ausführungen wieder einmal interessant genug, um sich durch diesen, doch etwas längeren Artikel hindurch zu lesen. Zum Abschluss noch ein Foto des Lichtsetups wie es auf dem Diagramm dargestellt ist, sowie der fertigen und der aufgehängten Plakate.

 LichtSetupFoto

Portrait_Plakate1

Portrait_Plakate2

1 Kommentar

  1. bert

    endlich mal wieder was neues… und interessant :)

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