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Jul 17

Lebensmittel Fotografie

eine rote Chili SchoteHeute geht es um die Lebensmittel-Fotografie, oder auch oft “Food Photography” genannt. Der englische Begriff ist auch bei uns recht gebräuchlich, weswegen Lebensmittel Fotografie etwas komisch von der Zunge rollt.

Zwei Dinge führten mich dazu eine einzelne rote Pepperoni hier links so zu fotografieren. Erstens, ich hatte mal wieder Appetit auf Chili con Carne. Und zweitens, ich wollte schon immer mal ein Foto meiner “Kochkünste” machen. Das Foto sollte so aussehen wie aus einem Kochbuch, so daß man wirklich Appetit bekommt.

Dazu muss man sich natürlich das gewünschte Ergebnis vorher relativ genau vorstellen. Diese Technik nennt man “Previsualization”. Eine deutsche Entsprechung gibt es nicht wirklich, außer “Prävisualisierung”, was aber so kaum genutzt wird. Wichtig ist, daß man genau weiß wie das Foto aussehen soll, was bei einem Food-Shooting darauf hinaus läuft, daß man alles Nötige einkauft.

Chili con Carne mit ReisIn meinem Fall betraf das dann einige Lebensmittel, die ich normalerweise bei meinen regelmäßigen Einkäufen nicht im Korb habe, wie frische Pepperoni und Basilikum oder ein Baguette. Basilikum gehört jetzt nicht unbedingt in ein Chili con Carne, aber macht sich gut als schmückendes Beiwerk.

Dann ging es daran das Set zu bauen. Den Untergrund bildete ein größeres Holzbrett, welches ich meist zum Plätzchen backen benutze. Darauf habe ich den Teller, den Löffel und die Pepperoni schonmal platziert und die Bild-Komposition hingerückt. Die Kamera stand dabei auf einem Stativ mit dem 50mm 1.8 Objektiv.

Das Hauptlicht kam von einer Softbox von oben und leicht hinten. Diese ist mit einer Tageslichtlampe bestückt, daß heißt ich arbeitete mit Dauerlicht. Dann habe ich die Belichtung der Kamera eingestellt, und noch einige Reflektoren aufgestellt um einige Schatten aufzuhellen. Die Reflektoren sind weiße Modellbau-Pappen.

Nun war alles vorbereitet und ich konnte das Essen kochen. Das fertige Chili con Carne dann mit einer Kelle vorsichtig auf den Teller geschöpft. Man muss gut aufpassen, daß man den Rand nicht bekleckert, sonst darf man wischen. Nun noch ein kleiner Trick. Im fertigen Chili sind die Bohnen und der Mais relativ unansehnlich, weil sie von der Soße und Hackfleischstückchen überzogen sind. Das sieht dann ein bisschen so aus wie Dosenfutter. Also habe ich  mit der Pinzette Bohnen und Mais, welche oben lagen, entfernt und mit frischen Exemplaren ersetzt, die ich vor dem Kochen zurück behalten habe.

Wie man vielleicht sieht, habe ich auch nicht jede Bohne ersetzt, und wenn man darauf achtet, dann fällt das auch auf. Außerdem könnte man beim nächsten mal die Bohnen in Öl schwenken, so daß sie beim Fotografieren einen gewissen Glanz beibehalten. Naja, ich lerne eben noch, und solche Sachen fallen einem dann auf!

Ich hoffe ihr habt Appetit bekommen auf Chili con Carne oder das Fotografieren, oder beides. Hinterlasst mir doch einen Kommentar!

2 Kommentare

  1. schlieterli

    lecker! :-)

    Hätte ein paar Anregungen für das nächste Mal:
    vielleicht nen anderen Teller nehmen damit das weiss nicht so strahlt und ne kleinere Blende nehmen, beim letzten Foto fällt die Unschärfe beim Chili ins Auge;-) Ansonsten sieht es sehr appetitlich aus! Ach und was noch geil wäre: Dampf! ;-)

    LG

    1. zeroonevision

      ja, das mit dem übertrahlendem Teller ist mir auch schon aufgefallen .. aber meine Küche bzw. meine Requisiten-Abteilung ist noch nicht so üppig ausgestattet. Leider.
      Die Blende hätte ich insgesamt noch kleiner wählen können .. das vertikale Bild hat f/11 .. das horizontale leider nur f/5.6, da ich das erst am nächsten Tag gemacht und dazwischen etwas anderes fotografiert habe.
      Bzgl. Dampf .. hmm .. sieht immer so fake aus .. dampfendes Essen .. und ist technisch auch schwierig, da ich Nichtraucher bin .. aber vielleicht hilft ja Photoshop, ich probier da vielleicht mal rum.
      gruß

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